Der Trassenwald, der seinen Namen einer vor Jahrzehnten geplanten, aber nie gebauten Ringstraße um Ludwigshafen verdankt, ist eine grüne Oase zwischen Sternstraße und Industriestraße (an der Grenze von Friesenheim zu Oggersheim).
Die Bürgerinitiative „Rettet den Trassenwald“ setzt sich seit Jahren für den Erhalt und die Aufwertung dieses Ökosystems ein, das in einer Großstadt seinesgleichen sucht. Sie hatte sich gegründet, nachdem im Sommer 2007 neue Pläne der Stadtspitze zur Bebauung des Trassenwaldes bekannt geworden waren.
In der Tat konnte die Bebauung der 10.000 Quadratmeter großen Fläche bislang verhindert werden. Im Frühjahr 2011 hat der Trassenwald aber ein neues Gesicht bekommen, das noch längst nicht jedem gefällt. Die Stadt Ludwigshafen ließ rund 60 der insgesamt 160 Bäume fällen und Dutzende weitere radikal zurückschneiden. Begründung: Die Verkehrssicherheit muss gewahrt bleiben. Ergebnis: Der Trassenwald ist viel lichter geworden.
Viel augenfälliger ist eine weitere Veränderung: Der einst bei Spaziergängern und Kindern beliebte Trassenwald ist praktisch unbegehbar geworden. Die Stadt hat den Durchgang gezielt durch quer liegende Baumstämme blockiert und die abgeschnittenen Äste zu großen Wällen aufgetürmt, aus denen sich so genannte Benjes-Hecken (Infos über Benjes-Hecken -hier klicken) mit Lebensräumen für Vögel und andere kleine Tiere entwickeln sollen. Begründung der Stadt: Aus Sicherheitsgründen sollen Spaziergänger aus dem Trassenwald ferngehalten werden, die Natur soll sich, unterstützt durch die Benjes-Hecken, ungestört entwickeln.
Die Bürgerinitiative ist froh, dass es den Trassenwald nach wie vor gibt. Wie viele andere Anwohner auch bedauert sie es aber sehr, dass er nun nicht mehr begehbar ist. So manche Fragen bleiben offen:
- Warum wird die radikale Fällaktion mit Verkehrssicherheit begründet, wenn die Menschen am Ende doch außen vor bleiben müssen?
- Ist es für die Natur sinnvoll, einfach Schnittgut aufzutürmen oder handelt es sich nur um eine billige Alternative zur Entsorgung? Experten (weitere Infos - hier klicken) empfehlen, für eine optimale Wirkung gezielt Sträucher zwischen das Schnittgut zu pflanzen. Das ist im Trassenwald nicht passiert.
- Warum bringt die Stadt das Geld für die Fällaktion auf, lehnt aber die Unterstützung der Bürgerinitiative für die Aufwertung der Grünfläche ab?
Die Bürgerinitiative jedenfalls will weiter für den Trassenwald da sein. Sie ist inzwischen ein gemeinnütziger Verein und hat mehr als 2500 Unterschriften für den Erhalt des Trassenwaldes gesammelt. Dieser ist keine isolierte Grünfläche, sondern Teil eines großen ökologischen Lebensraumes, der sich vom Ebertpark, dem Friedhof und dem Trassenwald über die Sternstraße hinweg zu den Kleingärten und den Willersinnweihern erstreckt.
|